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Ökologisch-Botanischer Garten

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AKTUELLES | Februar - April


Inhalt / Übersicht:



  • Aktionen | Artenvielfalt im Garten: Rückblick und Ausblick



Sandarium in der Entwicklung

Fast 800 Besucherinnen und Besucher nahmen an insgesamt 12 Veranstaltungen teil, die im Rahmen der Ausstellung „Ordentlich Schlampig: Lebensraum für Tiere und Pflanzen“ von Mai bis Oktober 2025 vom ÖBG angeboten wurden.
Zentraler Baustein war ein Rundweg mit 24 Stationen mit Informationen zur Artenvielfalt im ÖBG und zu Artenvielfalt fördernden Lebensräumen und Strukturen. Die Tafeln wurde vom Botanischen Garten der Universität Innsbruck und dem ÖBG konzipiert. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Regionalmanagement der Stadt Bayreuth realisiert und vom Bayerischen Staatsminis-terium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

Schmetterlingsführung

Daneben bot der ÖBG ein breites Spektrum an begleitenden Formaten und Themen an, wie einen Soundwalk in Kooperation mit den Medienwissenschaften, einen Workshop zur digitalen Erfassung der Artenvielfalt im ÖBG per Smartphone mit der App iNaturalist („Bioblitz“), Themenführungen z.B. zu artenreichen Lebensräumen, zur Wildbienenvielfalt in Gärten und zur Spontanflora des ÖBG, bis hin zu Kinderaktionen wie „die kleine Raupe Nimmersatt“ oder „Nisthilfenbau für Wildbienen“.
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Das spannende Thema „Artenvielfalt im Garten“ wird uns im Jahr 2026 mit neuen Formaten im ÖBG begleiten. Neben einem verkleinerten Rundparcours der Ausstellung „Ordentlich Schlampig“ wird ab Juni 2026 eine neu erstellte Posterausstellung des Verbands Botanischer Gärten im Überwinterungshaus gezeigt. Sie trägt den  Titel „Wilde Vielfalt im Garten“ und beleuchtet neue ökologische Aspekte. 

Die Initiative „Ordentlich Schlampig“ wird vom Regionalmanagement über den ÖBG hinaus in der Stadt und im Landkreis Bayreuth fortgeführt, zusammen mit vielen weiteren Akteuren. EO


  • Wissenschaft | Blick in die Foschung: Abschlussarbeiten 2025 


Forschung am ÖBG

In 2025 haben vier Masterstudierende ihre Abschlussarbeiten am ÖBG abgeschlossen. Die Themenpalette war breit gefächert. 

​Katrin Broghammer (Foto, oben links) hat Pflanzengallen auf Eichen- und Weidenarten aus Europa, Asien und Nordamerika untersucht.  In ihrer Arbeit zeigte sich, je näher verwandt die Eichenarten oder je geographisch näher ihr Verbreitungsgebiet zur heimischen Referenzart, der Stieleiche, war, desto mehr spezialisierte Gallbewohner waren auf den Bäumen zu finden. Bei den Weiden gab es diesen Zusammenhang dagegen nicht. Die Arbeit wurde von Elisabeth Obermaier betreut.

Emma Fleischmann (Foto, oben rechts) reiste für ihre Masterarbeit nach Bozen in Südtirol. Im Passeiertal ging sie der Frage nach, wie Klimawandel und veränderte Landnutzung die Pflanzenwelt verändern. Betreut wurde sie von Marianne Lauerer und Erich Tasser (Universität Innsbruck).

Thomas Pickel tauchte tief in die Daten der „Flora von Bayreuth und Umgebung“ ein. 
Er analysierte die umfangreichen Daten unter anderem hinsichtlich der räumlichen Muster einheimischer, neophytischer (eingewanderter) und gefährdeter Pflanzenarten. In seiner Arbeit wurde er von Marianne Lauerer und Anna Walentowitz (Biogeographie UBT) betreut.

​Till Wendland hat in einer Jahrringanalyse vier bedeutende Baumarten deutscher Wälder miteinander verglichen. Betreut wurde er dabei von Robert Weigel und Gregor Aas. Die Ergebnisse unterstreichen: Eine vielfältige Auswahl an Baumarten im Waldbau hilft, die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Arten besser abzufedern. HS


  • Witterung | Wieder ein niederschlagsarmes Jahr


Im ÖBG lag die mittlere Lufttemperatur 2025 bei 9,3 °C. Damit war das Jahr um 1,1 °C kühler als das bisher wärmste im ÖBG gemessene Jahr 2024 (10,4 °C), aber immer noch 0,6 °C wärmer als das langjährige Mittel der Klimaperiode 1991–2020. Vor allem Januar, März, April, Juni und Dezember waren zu warm, um mindestens 1 °C gegenüber dem langjährigen Mittel. 

Beim Niederschlag zeigte sich wieder einmal ein großes Defizit: Mit 517 mm und nur 72 % des Normalwertes war das Jahr insgesamt zu trocken. Fast alle Monate blieben deutlich unter der Norm. Am trockensten waren März und Dezember, mit 11 bzw. 14 mm Niederschlag, was nur 22 % des langjährigen Mittels sind. Damit war 2025 das niederschlagsärmste Jahr seit dem extremen Trockenjahr 2003. Für Gärten bedeutet diese Entwicklung eine Herausforderung. Arten, die mit Hitze und Wassermangel schlecht zurechtkommen, geraten unter Druck, trockenheitsresistente Pflanzen könnten künftig eine größere Rolle spielen. ML



  • Entwicklung | Von Karpaten, Obstbaumallee bis WLAN: Neu im ÖBG



Karpaten im ÖBG

Auch im Jahr 2025 haben wir Teile des ÖBG neu gestaltet. In den Karpaten wurde mit Kalksteinen ein kleines Relief angelegt, das nun bepflanzt ist. Eine Bank lädt dort zum Verweilen ein. In diesem Bereich wächst zum Beispiel die Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica), eine niedrige Staude, die im Sommer glockenförmige Blüten in blau, violett oder weiß entfaltet.

Der Karpaten-Thymian (Thymus comosus) bildet dichte, aromatische Polster mit kleinen, rosa-violetten Blüten, die besonders reich an Nektar sind. Silene dinarica ist ein seltenes Nelkengewächs, das zarte rosa  bis rötliche Blüten trägt und niedrige, polsterartige Matten bildet. Diese Arten sind an Gebirgs- und Trockenstandorte angepasst, eignen sich daher gut für Stein- oder Alpingärten und sind zudem insektenfreundlich. 

Bei den Versuchsflächen im Süden des ÖBG wurde eine Obstbaumallee mit alten, seltenen Apfel‑ und Birnensorten gepflanzt. Sie schafft eine gestalterische Verbindung vom Südeingang des Gartens zum Nutzpflanzengarten und trägt zum Erhalt der historischen Sorten bei.

Dank der Unterstützung des IT‑Servicezentrums wurden in unseren Gewächshäusern WLAN‑Zugangspunkte installiert, die im Frühjahr in Betrieb gehen. Nur im Mediterran-Haus erfolgt die Installation erst, wenn die Kübelpflanzen wieder im Freien sind. Über das interne eduroam sowie das öffentliche BayernWLAN können dann die Online‑Informationen abgerufen werden, die wir an vielen Gewächshauspflanzen über Tafeln mit QR‑Codes bereitstellen. So wird digitales Lernen im ÖBG weiter gestärkt. RW, LM


  • Projekt | Lebenslanges Lernen im ÖBG


Projekt Lebenslanges Lernen

Der ÖBG setzt mit dem aktuellen Projekt „Lebenslanges Lernen im ÖBG“ neue Impulse für Bildung, Begegnung und Teilhabe im Alter. Ziel ist es, älteren Menschen einen leichteren Zugang zu ökologischem Wissen zu ermöglichen und zugleich Räume für Austausch, Mitgestaltung und intergenerationelles Lernen zu schaffen. 
Ermöglicht wird das Vorhaben durch die finanzielle Unterstützung der Hans und Emma Nützel Altenstiftung.

Gestartet wird mit einer Multiplikatoren-Weiterbildung für Globales Lernen mit Fokus auf tropische Nutzpflanzen (Januar und Februar), einer Zukunftswerkstatt (19. Februar 2026) zur Ideensammlung für eine Mitgestaltung des Gartens und einer Mitmachaktion (19. März 2026) im Wassermonat März zum Thema wassersparender Garten. 
Bisherige Kooperationspartner sind der Weltladen Bayreuth e.V., der Verein Solidarität in der Einen Welt, BAGS e.V. (BildungsArbeit Global Sozial) und das Evangelische Bildungswerk Oberfranken-Mitte e.V..
 
Mit dem Projekt setzt der ÖBG ein starkes Zeichen für soziale Teilhabe, lebenslanges Lernen und Mitgestaltung im Alter – und lädt ältere Menschen ein, den Garten als Lern-, Begegnungs- und Gestaltungsort aktiv mitzuprägen.
​Nähere Information zu den Veranstaltungen und Hinweise zur Anmeldung auf der ÖBG-Website. Ansprechperson in dem Projekt ist Jana Messinger (jana.messinger@uni-bayreuth.de). JM



  • Personalia | Aus dem ÖBG-Team



Team

Klaus Preuß, unser langjähriger Gartenhelfer, ist seit November 2025 im wohlverdienten Ruhestand. Er hat vor vielen Jahren im ÖBG angefangen und war seither als engagierte Saisonkraft im Freiland beschäftigt. Wir danken Herrn Preuß herzlich für seine Mitarbeit und wünschen ihm alles Gute!

Sabrina Schrödel war seit Februar 2023 im ÖBG beschäftigt, erst im Kalthausbereich der Gewächshäuser und anschließend im Freiland in der Abteilung Asien eingesetzt.
Ihr Vertretungsvertrag lief Ende 2025 aus. Wir danken Frau Schrödel herzlich für Ihre Mitarbeit und wünschen auch ihr alles Gute! HS



  • Portrait | Jungforscher stellt sich vor



Thomas Pickel

Thomas Pickel hat den Masterstudiengang Geoökologie an der UBT studiert. In seiner Masterarbeit analysierte er die Daten der „Flora von Bayreuth“ (als Buch erschienen im Nov. 2024). Sein Thema lautet: Räumliche Muster der Artenvielfalt einheimischer, neophytischer und gefährdeter Pflanzenarten in der Region Bayreuth. Betreut wurde er von Marianne Lauerer, ÖBG, und Anna Walentowitz, Lehrstuhl Biogeografie.

Thomas, wie bist Du bei deinem Forschungsprojekt vorgegangen?
Ich habe mir die umfangreichen punktgenauen Daten der „Flora von Bayreuth“ genommen und die kartierten Arten drei Pflanzengruppen zugeteilt: heimische Arten und Rote-Liste-Arten (seltene, gefährdete Pflanzen) sowie Neophyten (nicht heimische Arten). Dann habe ich verglichen, wie sich diese drei Gruppen im Raum Bayreuth verteilen, wo ihre Hotspots liegen und welche Faktoren das erklären könnten.

Wie hast du die drei Pflanzengruppen untersucht?
In der Region Bayreuth, genauer im Kartenblatt 6035 (ca. 133 km²), wurden 1937 Arten nachgewiesen, was eine enorme Vielfalt ist. In meine Auswertungen fließen allerdings „nur“ 850 Arten ein,  nämlich diejenigen, die punktgenau vorlagen. Insgesamt konnte ich 135 Neophyten und 715 heimische Arten - darunter 167 Rote-Liste-Arten - untersuchen. Für meine Analysen habe ich das Untersuchungsgebiet in 256 Rasterzellen unterteilt. Diesen Rasterzellen habe ich neben der Artenzahl auch Umweltdaten zugewiesen, beispielsweise Angaben zur Nutzung (Siedlung, Ackerland, Grünland oder Wald), die Geologie oder die Landschaftsrauhigkeit. Einen Faktor habe ich dabei sogar selbst erstellt, nämlich die Nutzungsheterogenität. 

Was konntest Du aus Deinen Untersuchungen folgern?
Ein Ergebnis war besonders interessant und für uns alle sehr überraschend. Im Siedlungsbereich kommen gehäuft Hotspots der Rote-Liste-Arten gemeinsam mit Hotspots von Neophyten vor. Die Rote-Liste-Arten hatten wir dort eher nicht in hoher Anzahl vermutet.

Wie bist du auf dieses Thema gekommen?
Ich hatte das Masterstudium in den letzten Jahren unterbrochen, da ich 5 Jahre lang in einem Projekt bei den Summern (die Summer e.V.) beschäftigt war. Auch da ging es um Artenvielfalt in der Stadt, aber ganz praktisch mit Biotopen planen und anlegen. Bei einem Spaziergang im ÖBG, habe ich Marianne Lauerer getroffen und als ich ihr erzählt habe, dass ich gerne meinen Master fertig machen möchte, hat sie mir das Thema „Flora Bayreuth“ vorgeschlagen. Da mein Schwerpunkt im Studium schon immer Botanik war, hat das perfekt gepasst für mich. Ein paar Statistik-Vorkenntnisse hatte ich noch und nach einer Auffrischung in einem R-Kurs habe ich losgelegt. Zu Beginn der Arbeit habe ich erstmal rund 100 Paper zur Artenvielfalt in Städten durchgearbeitet, um mir einen Überblick zu verschaffen und interessante Forschungsfragen zu entwickeln. Insgesamt liegt ein recht arbeitsreicher Sommer hinter mir – mein Büro im Botanischen Garten ist mein Wochenenddomizil geworden (Tom lacht).

Was hat dir an der Arbeit gefallen?
Spaß gemacht hat es, mal wieder wissenschaftlich und mit GIS zu arbeiten. Wenn plötzlich aus über 61.000 Datenpunkten bunte Karten entstehen, in denen die Hotspots der Pflanzenvielfalt „aufploppen“, dann macht einen das schon sehr glücklich.  

Was war weniger gut?
Tom: Dass ich manche Auswertungen doppelt machen musste, weil einem doch immer wieder Fehler in den Berechnungen und beim „coden“ passieren.

Noch eine Anmerkung?
Ganz großen Dank an meine Betreuerinnen, Marianne und Anna. Die Betreuung war einfach perfekt und die beiden immer ansprechbar. Selbst in Urlaubszeiten (!) hatte ich sehr schnell Feedback von den beiden.

Lieber Tom, wir danken dir herzlich für das Interview und wünschen dir alles Gute für die Zukunft!
HS


  • Verein | Aus dem Freundeskris ÖBG e.V.



Adventsbasteln des Freundeskreises ÖBG

Veranstaltungen für Mitglieder

  • Do., 05.03.-07.03.2026 (3 Tage nachmittags): „Gehölzbestimmung im Winter“ Kursangebot für FK-Mitglieder; Dozent: Gregor Aas, Gebühr: 45 Euro, Anmeldung erbeten per E-Mail an freundeskreis.obg@uni-bayreuth.de

  • Do., 26.03.2026, 18 Uhr: Mitgliederversammlung mit Wahlen, Ort: H19 (NWII), mit Stehempfang im Anschluss in der ÖBG-Verwaltung

  • Do., 18.06. - So., 21.06.2026: Exkursion „Freiburg und Kaiserstuhl“

  • So., 26.07., 17 Uhr Führung | 18 Uhr Konzert: Serenade mit dem Bayreuther Gitarren- & Mandolinenorchester

  • Fr., 21.08., ab 17 Uhr: Sommerfest des Freundeskreises

  • Stammtisch: Jeden ersten Donnerstag im Monat, 18 Uhr in einer Bayreuther Lokalität (siehe Freundeskreis-Webseite)


Haben Sie schon mal überlegt, den Ökologisch-Botanischen Garten zu unterstützen und Mitglied im Freundeskreis des ÖBG e.V. zu werden? Nähere Informationen zum Förderverein, Veranstaltungsprogramm und Beitritt finden Sie hier.
Wir freuen uns auf Sie!

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Verantwortlich für die Redaktion: Jens Wagner

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