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Ökologisch-Botanischer Garten

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GARTENMELDE - Newsletter

GARTENMELDE heißt unsere zweimal jährlich erscheinende Infoschrift, weil sie Aktuelles aus dem Garten meldet. Ein kleines Wortspiel! Denn der Name steht auch für Atriplex hortensis, eine alte Kulturpflanze, die als Gemüse, Salat-, Heil- und Färbepflanze verwendet wird. Im Sommer wächst die Gartenmelde in unserem Nutzpflanzengarten!

Die GARTENMELDE liegt gedruckt zur kostenlosen Mitnahme unter anderem im ÖBG aus, wird an unsere Mitglieder im Freundeskreis ÖBG e.V. per Post versandt, steht als PDF-Download zur Verfügung und kann als Newsletter abonniert werden.

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Unsere Themen in der Ausgabe Nr. 1 / 2020:

Schwerpunkt 2020: Hülsenfrüchtler, mehr als nur Eiweißlieferanten



Hülsenfrüchtler (Leguminosen, Fabaceae) sind eine weltweit verbreitete, große Pflanzenfamilie. Viele Vertreter sind für unsere Ernährung wichtig, einige sehr giftig, andere dienen in der Landwirtschaft zur Bodenverbesserung. Vor allem im Nutzpflanzengarten sowie entlang eines Parcours durch Freigelände und Mediterranpflanzenfläche werden in diesem Sommer verschiedene Leguminosen vorgestellt.
Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts und ihrer essentiellen Aminosäuren sind Hülsenfrüchte unentbehrlich bei fleischarmer, vegetarischer oder veganer Ernährung. Auf der Schwerpunkt-fläche im Nutzgarten werden in 2020 wichtige Arten und Sorten von Leguminosen angepflanzt und es wird über ihre Biologie, gesundheitliche Bedeutung und Kulturgeschichte informiert. Beispiele sind Erbsen, Linsen und Ackerbohnen, die bereits im Mittelalter auf dem Speiseplan standen oder Busch- und Stangenbohnen mit ihren zahlreichen alten Regionalsorten. Durch neuere Züchtungen ist sogar die Lupine für uns essbar. Weltwirtschaftlich wichtigste Leguminose ist die Sojabohne, aber ihr Anbau, oft mit gentechnisch veränderten Sorten, nicht unproblematisch.
Hülsenfrüchtler sind aber mehr als Eiweißlieferanten. Die Samen des Johannisbrotbaumes liefern ein Quellmittel für die Küche, aus der Pulpe der Tamarinde werden Getränke hergestellt und aus den hübschen, aber sehr giftigen Samen der tropischen Paternostererbse Halsketten gefädelt. Im Freigelände wachsen das Lakritze liefernde Süßholz und der Salzstrauch. Die Robinie aus Nordamerika ist Baum des Jahres 2020. Sie ist angesichts des Klimawandels eine willkommene neue Waldbaumart, aus der Sicht des Naturschutzes aber auf Grund ihrer Invasivität problematisch.
Diese und weitere Arten werden entlang eines Info-pfades in 2020 vorgestellt.Am Sonntag, den 2.8.2020, findet ab 10 Uhr ein Aktionstag zu Hülsenfrüchten statt. Am Mittwoch, den 24.6.2020, um 17:30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung zu „Erdnuss und Johannisbrot: Hülsenfrüchte aus den Tropen“. Gerne können Sie Führungen zu diesem Thema buchen. ML/EO


2019: Wieder ein warmes, trockenes Jahr im ÖBG

2019 war mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,7 °C um 1,7 °C wärmer und hatte mit 607 mm 20 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Nur März, Mai und Dezember waren niederschlagsreicher als im Mittel, alle anderen Monate waren zu trocken. Der Juni hatte sogar um 71% weniger Niederschlag. Abgesehen vom Mai, lagen in allen Monaten die mittleren Temperaturen über denen der Periode 1981–2010. Der Juni war um 4,8°C wärmer und damit der wärmste Juni seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen. LE


            

Seltene Blüte, einzigartige Farbe

Die Blütenfarbe von Puya alpestris ist einzigartig und gab ihr den deutschen Namen Saphirblaue Puya. Eine Pflanze dieser Art wächst seit vielen Jahren in unserem Spezialgewächshaus für die Vegetation tropischer Hochgebirge. Nach 2005 und 2012 blüht sie nun zum dritten Mal - offensichtlich genau alle sieben Jahre! Diesmaliger Blühbeginn war Mitte November 2019. Der Blütenstand ist über einen Meter hoch. Über mehrere Wochen hinweg öffneten sich nach und nach neue Blüten. Diese sind sehr nektarreich und werden in der Heimat, den trockenen Bergregionen Zentralchiles, von Vögeln bestäubt. Die an den Spitzen blütenlosen Seitentriebe sind sehr stabil, spreizen waagrecht ab und sind Lande- und Sitzplatz für die Vögel. ML


Veränderungen im Team

Wir freuen uns, dass seit Juni 2019 Benjamin Hempfling als Gärtner in den Freilandabteilungen Asien und Europa tätig ist. Herzlich willkommen im ÖBG!
Im Sommer 2019 absolvierte Misael Errázuriz, ein junger Gärtner aus dem Botanischen Garten Talca, Chile, ein mehrwöchiges Praktikum im ÖBG. Dies war möglich durch die Unterstützung des Freundeskreis ÖBG e. V. und der Stiftung Internationaler Gärtneraustausch.
Veronika Bayer hat im November 2019 den ÖBG verlassen. Sie wurde bei uns  zur Staudengärtnerin ausgebildet und war seit 2016 Gärtnerin am ÖBG. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute. HS


Faszinierender Mikrokosmos in den Teichen des ÖBG

Im ÖBG gibt es nicht nur eine große Vielfalt an makroskopisch sichtbaren Pflanzen- und Tierarten, sondern eine ebensolche Vielfalt im Kleinen. In einem einzigen Fingerhut voll Wasser aus ÖBG-Gewässern tummeln sich in wunderschönen Formen und Farben, nur unter dem Mikroskop zu erkennende Kleinstlebewesen. Prof.  em. Dr. Helmut Zwölfer untersucht seit fast vier Jahren diesen Mikrokosmos. Seine Proben keschert er unter Mithilfe von ÖBG-Mitarbeitern mit einem sehr feinmaschigen Planktonnetz. Bislang konnte er in den Teichen des ÖBG unter anderem 143 Arten von Algen und Cyanobakterien, mehr als 59 Sonnentierchen- und Amöbenarten, 73 Wimpern- und 61 Rädertierchenarten dokumentieren. Dabei hat jede Art ihre eigene spannende Geschichte. Im Mangrove-Becken kommt z.B. die wunderschöne Kieselalge Achnanthes inflata häufig vor. Die Art wurde in Neuseeland, Australien und den USA, aber bislang nicht in Deutschland nachgewiesen. Das Wärmflaschentierchen Platycola (Foto) baut innerhalb von wenigen Tagen ein zierliches Gehäuse. Dieses ist von vornherein so groß konstruiert, dass darin auch noch ein Zwilling Platz findet, der durch Zellteilung entsteht – ziemlich viel Intelligenz für einen Einzeller! EO


Auf Humboldts botanischen Spuren

Die Reise in die Tropen Amerikas machte Alexander v. Humboldt weltberühmt. Anlässlich seines 250. Geburtstages im Jahr 2019 waren seine Erlebnisse, botanischen Leistungen und die Pflanzen, die ihn auf dieser Reise beschäftigten, Führungsthema im ÖBG. Bei der botanisch-literarischen Tour wurden u.a. Espeletien aus den Anden, die Humboldt und Bonpland neu für die Wissenschaft entdeckt haben, vorgestellt. Der Balsaholz- und Paranussbaum aus dem tropischen Regenwald sowie die Agave aus Mexiko  und der Kanarische Dra-chenbaum wurden vorgestellt.
An den insgesamt 20 Führungen nahmen über 550 Besucher teil. Ein Highlight der Humboldt-Aktivitäten im ÖBG war die Theateraufführung „Alexander von Humboldt trifft Jean Paul“ am 12. Juni 2019 (Foto) der Studiobühne Bayreuth und dem A. v. H.-Kulturforum Schloss Goldkronach e.V. Auch in 2020 führen wir Sie gerne wieder auf den Spuren Humboldts oder zu einem anderen Thema durch den ÖBG. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Sekretariat Heike Schwarzer, Tel. 0921 552961. JM / ML


Der Freundeskreis e.V. unterwegs

Natur auf dem Truppen-übungsplatz Grafenwöhr! So verschiedene Lebensräume, seltene Tiere und Pflanzen haben viele Mitglieder des Freundeskreises beim Ausflug nach Grafenwöhr am 27.9.2019 nicht erwartet. Es war beeindruckend, auch durch die kompetenten Erläuterungen  unserer Führerin,  Cäcilia Kastl-Meier. ML/HS


Studentische Abschlussarbeiten 2019

Bachelorarbeiten

  • Fiedler, A: Wachstum der Durchwachsenen Silphie (Silphium perfoliatum) in Abhängigkeit vom Grundwasserstand.
  • Kaufmann, J: Keimung und Keimlingsentwicklung der Durchwachsenen Silphie (Silphium perfoliatum) in Abhängigkeit vom Grundwasserstand.
  • Schreyer, D: Die Blüten von Weiden (Salix spp.) in den Augen der Blaumeise (Cyanistes caeruleus): Methode zur Analyse der optischen Unterscheidbarkeit der Blütenkätzchen.
  • Ullmann, F: Regeneration eines Buchenbestandes im FFH- Gebiet Buchberg: Dichte und Wuchshöhe der natürlichen Verjüngung und Analyse des Erfolgs einer künstlichen Saat.
  • Werner, F: Wurzelarchitektur von Silphium perfoliatum in Abhängigkeit vom Grundwasserstand
  • Wipfler, R: Nahrungspflanzen und Deckungsgrad als besiedlungsrelevante Parameter für die Haselmaus (Muscardinus avellanarius).

Masterarbeiten

  • Bauer, S: Using forest inventory data for ecological analysis: Prediction of saproxylic beetle diversity in beeches by evaluating tree hollow characteristics and surrounding forest structure in Steigerwald forest.
  • Birkenbach, M: Diversität xylobionter Käfer in Mulmhöhlen: Einfluss von Mulmhöhlencharakteristika und der Waldstruktur in einem Wirtschaftswald.
  • Jansons, J: Wie beeinflussen Vegetations- und Habitatstruktur die kleinräumige Verteilung einer Vogelartengemeinschaft? Eine Untersuchung im ÖBG.
  • Körber, K: Bestandsaufnahme und Entwicklungspotential des Dendrologischen Gartens in Bad Berneck.
  • Kraft, K: Ornithochorie von Juglans regia und Untersuchungen zum Spontanvorkommen in einem siedlungsnahen Wald.
  • Maier, B: Potential aptitude of non-native tree species  in Central European forestry in the face of climate change.
  • Niclas, I: Morphologische Variabilität der Frucht- und Sameneigenschaften und Einfluss auf das Keimverhalten der tropischen Nutzpflanze Solanum quitoense.
  • Schlechtweg, L: Genetische und morphologische Variabilität der tropischen Nutzpflanze Solanum quitoense.
  • Schulze-Bierbach, A: Morphologische und genetische Variabilität von Einzelbaumnachkommenschaften des Wildapfels (Malus sylvestris)
  • Stiriz, D: Effects of post-windthrow salvage logging on diversity and community composition of vascular plants.


Publikationen 2019

  • Aas, G; Schmidt, P: Salix, Weide. In: Parolly, G; Rohwer, J (Hrsg.): Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. Wiebelsheim: Quelle & Meyer, S. 507-528
  • Feulner, M; Weig, A; Voss, T; Schott, L; Aas, G: Central European polyploids of Sorbus subgenus Aria (Rosaceae) recurrently evolved from diploids of central and south-eastern Europe: Evidence from microsatellite data. Botanical Journal of the Linnean Society, 315–324
  • Frischbier, N; Nikolova, P; Brang, P; Klumpp, R; Aas, G; Binder, F: Climate change adaptation with non-native tree species in Central European forests: Early tree survival in a multi-site field trial. European Journal of Forest Research,138 (6) 1015-1032
  • Mercier, P; Aas, G; Dengler, J: Effects of skid trails on understory vegetation in forests: A case study from Northern Bavaria. Forest Ecology and Management, 453
  • Reul, M; Gubitz, C: Neue Pilzfunde in den Gewächshäusern des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth. Zeitschrift für Mykologie, 85 (2) 233-269
  • Zwei Beiträge in Popp, H (Hrsg.): Die Fränkische Schweiz: Traditionsreiche touristische Region in einer Karstlandschaft.  Böhlau Verlag
  • Feulner, M; Hertel, E; Aas, G: Vegetation. S. 53-61
  • Popp, H; Aas, G; Feulner, M: Baumriesen mit historischer und symbolischer Bedeutung. S. 306



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Impressum GARTENMELDE, Ausgabe 2020/I

Herausgeber: Ökologisch-Botanischer Garten und Freundeskreis des ÖBG e.V., Universität Bayreuth, Universitätsstr. 30, 95447 Bayreuth
Redaktion & Layout: Jens Wagner
V.i.S.d.P.: Marianne Lauerer
Autoren: Gregor Aas (GA), Lisa Eisenstein (LE), Marianne Lauerer (ML), Jana Messinger (JM), Elisabeth Obermaier (EO),  Heike Schwarzer (HS)



Verantwortlich für die Redaktion: Jens Wagner

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